Montag, 18. Oktober 2010

Alltag

Die spannenden und abenteuerlichen Geschichten von unseren Reisen sind nun für eine Weile vorbei. Unterdessen relativ gut eingelebt hier in San Diego, hat der Alltag Einzug gehalten. Auch wenn es ein völlig neuer Alltag ist, weit weg vom herbstlichen und kalten Europa, ohne zu arbeiten und mit ein wenig mehr Freizeit, es ist doch ein Alltag.

Montag Morgen des 5. Oktobers 2010, 9.30 Uhr PST Ortszeit, 717 San Luis Obispo Place in 92109 San Diego. Die erste alltägliche Tätigkeit ist angesagt, aufstehen. Raphi ist bereits in den Schulstoff vertieft. Manuela, unsere willkommene Schweizer Besucherin ebenfalls soeben aufgestanden. Ich begebe mich in die Küche zu dem überdimensionalen Kühlschrank (leider nicht mit Eiscrusher ausgestattet) und bediene mich. Erdbeermarmelade, Butter, Milch sowie eine Portion Nesquik verhelfen mir zu einem wunderbaren Tagesstart. Um 10.45 Uhr PST klopft dann der Klempner an die Haustüre und kontrolliert die Sprinkleranlagen, welche um das ganze Haus verteilt sind.

12.00 Uhr PST ist es dann Zeit, unsere Wohnung zu verlassen. Nachdem die Türe abgeschlossen ist (vgl. Blog-Eintrag vom 21.09.2010) öffnen wir per Fernsteuerung das automatische Garagentor und setzen uns in unseren günstigen, gemieteten, alten, rostigen, nach Rauch stinkenden, amerikanischen Ford und fahren zur Schule. Unterwegs laden wir Manuela aus, die heute Coronado unsicher machen will. Raphi und ich treffen alsdann unsere alltägliche und sehr essentielle Entscheidung: Welchen Weg zur Schule nehmen wir heute? Auf Grund des Verkehrsaufkommens entscheiden wir uns gegen die Highway Route und nehmen den gemütlichen „Bergweg“.

Nächste Destination: University of California San Diego, Parking 303 (der braune Hintergrund markiert das Campusgelände). Um 12.30 Uhr PST sind die rund 350 Parkplätze natürlich hoffnungslos überfüllt. Ebenso die weiteren umliegenden Parkplätze und Parkhäuser auf dem Campus, welche bestimmt nochmals zwei- bis dreitausend Parkplätze beherbergen. Auf Grund der aussichtslosen Situation begeben wir uns zum Parking 702 (immer noch auf dem Campusgelände). Nachteil: 20 Gehminuten von unserem Schulzimmer entfernt. Vorteil: Der Campus verfügt über ein eigenes Bussystem, sodass man die Schulzimmer beziehungsweise Parkplätze mittels Bus erreichen kann. Nichts desto trotz hat die Vorlesung für das Fach Human Resources bereits begonnen, als wir eintreffen. Wir setzen uns zu den schätzungsweise 200 anderen Studenten und hören nicht minder uninteressiert zu.

Anschliessend folgen zwei Zwischenstunden, die wir im Price Center verbringen; Ein Gebäudekomplex, bestehend aus diversen Fastfood-Restaurants (Burger King, Subway, Panda Express, Round Table Pizza, Bombay Coast etc.), Toilettenanlagen, Bücherläden und Lebensmittelgeschäften.

Die restlichen Schulstunden laufen ähnlich ab. Reinsitzen, zuhören und viel mitschreiben. Die Erfindung von Powerpoint-Präsentationen ist offenbar noch nicht bis hierhin gelangt, somit wird beinahe die Hälfte des Unterrichts dafür verwendet, die Tafel vollzuschreiben. Die eigentliche Aufgabe besteht dann darin, das Gekritzel zu entziffern.

Die letzten Schulstunden enden um 21.00 Uhr PST. Zurück zu Hause gibt es noch etwas in den leeren Magen, bevor wir uns hinlegen und Energie für den nächsten Schultag sammeln. Der beginnt schliesslich in aller Herrgottsfrühe um 8.00 Uhr PST. Somit, gute Nacht.

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