Montag, 30. August 2010

Seen, Strand und noch mehr wilde Tiere

Nach meinem Bärentrip in Lake Louise gings dann weiter nach Kelowna. Ein idealer Zwischenstopp, um nicht wieder 13 Stunden am Stück im Bus festzusitzen. Auch hier traf ich wieder auf lustige Leute, wie zum Beispiel Matt aus South Carolina. Blond, mittellange Haare, durchtrainiert und sehr von sich selbst überzeugt. Er war die Coolness auf Erden. Dachte ER zumindest. Er war in Kelowna, um am Apple Triathlon teilzunehmen (Olympische Distanz). Das imponierte mir und weckte meine Lust an Selbstkasteiung, sodass ich auch am Wettkampf teilnahm. Nach den 1.5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen fiel ich todmüde ins Bett. Aber mit meiner Leistung bei rund 200 Teilnehmern als 37ster aus dem Rennen zu gehen war ich recht zufrieden.

Nach 3 Tagen Erholung pur (Kajak, schwimmen, sünnele) ging ich zurück nach Vancouver. Da blieb ich nur kurz, da ich mich am nächsten Tag mit Moose Travel auf den Weg nach Vancouver Island machte. Eine humorvolle Gruppe aus rund 16 Teilnehmern, die Schweiz mit rund 6 Passagieren ein wenig übervertreten. In Tofino gings am Abend dann in die Karaokebar. Als wir ungefähr zu fünft "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd performten, bemerkte ich dann, dass ich eigentlich nur den Refrain einigermassen anständig interpretieren kann. War trotzdem ganz witzig.

Am nächsten Tag war dann Whale Watching angesagt. Mit einem 165-PS-Motorstarken Hartgummiboot über das offene Meer zu flitzen war eigentlich schon eine Attraktion für sich. Als dann effektiv noch etwa 4 Grauwale auftauchten, konnte man den Ausflug als wirklich lohnenswert einstufen. Auch die anschliessend angetroffenen Seelöwen, Robben und Adler waren Wildlife pur. Ist halt doch nicht ganz dasselbe wie im Zürizoo. Am Abend genossen wir in der Wohlfühlatmosphäre des Lagerfeuers dann noch einige kühle Dosen Bier, bevor es zurück ins Hostel ging.

Am darauffolgenden Morgen fuhren wir dann weiter nach Victoria, mit einigen Zwischenhalten am Meeresstrand. Obwohl der Strand sehr einladend wirkt, ist er nicht zum baden geeignet; er ist schlicht und einfach zu kalt. Umso unterhalsamer ist es jedoch, die ca. 1'000 ruhenden Vögel zu verscheuchen. Ein Schauspiel der Superlative, das auf der Kamera kaum festgehalten werden kann.

Nach einem spassigen Samstagabend und ein wenig Sightseeing am Sonntag fuhren wir anschliessend zurück nach Vancouver. Auf der Fähre von Vancouver Island ans Festland trafen wir Killerwale an. Somit konnte ich meine Sammlung an angetroffenen wildlebenden Tieren noch ergänzen.

Nun bin ich wieder zurück in Vancouver (zum 3. Mal!), vertreibe mir ein wenig die Zeit mit Relaxen und Bummeln und freue mich auf das nächste grosse Ereignis: Die Ankunft meines Reise- und Studienpartners Raphi am 1. September. Das wird ein Fest!


Post Scriptum: Eine Passage aus dem vorliegenden Blogeintrag entspricht nicht ganz der Wahrheit. Welche wohl?

Sonntag, 22. August 2010

Bars, Beeren und Bären

Und wieder einmal sitze ich im Greyhound und reise zurück richtung Westen. Dies bietet mir Gelegenheit, die letzten paar Tage in Banff und Lake Louise zusammenzufassen. Wird halt relativ lang =))

Als ich nach meiner kleinen Monsterreise in Banff angekommen bin, war ich relativ müde. Meine von mir als für sehr intelligent eingestufte Idee, ich könne ja über Nacht reisen und dann im Bus schlafen (plus Übernachtung sparen), hat sich als ziemlich idiotisch erwiesen. Das Resultat war dann die Müdigkeit. Ich bezog mein Zimmer und nahm mir vor, ein wenig hinzuliegen. Kaum befand ich mich in meinem Schlafgemach, kam auch schon der erste Mitbewohner zur Türe herein. An seinem leicht überheblichen "Hello!!! Ar yu se new wan?" war unschwer zu erkennen, dass es sich um einen Landsmann des EU-Energiekommissars Günther Oettinger handeln musste (vgl. Youtube). Nachdem ich mir seine Geschichte über seine Reise in Kanada angehört hatte (nota bene in deutsch-akzentuiertem Englisch. Er hatte offenbar keinen Bock auf seine Muttersprache), entschied ich mich, doch nicht im Zimmer zu bleiben und mal mit der Schweiz zu skypen.

Kaum hatte ich das Gespräch beendet, kam dann die irische Siobhan auf mich zu, die im selben Car nach Banff gereist ist wie ich. Sie schlug mir vor, mit ihr und Angela (eine Koreanerin, die eigentlich einen völlig anderen Namen hat), mit der Gondel auf den nahegelegenen Sulphur Mountain zu kommen und die Aussicht zu geniessen. Sie war toll. Am Abend lernte ich dann Ludovic kennen, der trotz seines Namens nichts mit Fussball am Hut hat. Ich genoss mit ihm einige gute Pint Bier in der Hostel-eigenen Bar und lauschte dem Sänger auf der Bühne, der seine musikalischen Unfähigkeiten zum Besten gab.

Nachdem ich am nächsten Tag einen wunderschönen Hike entlang des Bow Rivers unternahm und mit Ludo in einem mexikanischen Restaurant einen dicken Burrito verspeiste, fand ich mich am Abend in der immernoch Hostel-eigenen Bar wieder. Ich genoss einige gute Pint Bier und lernte dann die Schwestern Martinez aus Montreal kennen, mit denen ich bis in die Morgenstunden über Gott und die Welt diskutierte.

Der Tag darauf bestand aus einer idyllischen Biketour zum Lake Minnewanka und dem kulinarischen Höhepunkt der Woche: Katsudon. Eine Empfehlung meines japanischen Zimmergenossen Taka, die ich sogar weitergeben kann. Ein weiterer Höhepunkt war das Antreffen von Sandra Eichenberger, die vor ca. 5 Jahren bei der damaligen SZO arbeitete und ich bis dahin nie mehr getroffen habe. Am Abend befand ich mich in der abermals Hostel-eigenen Bar und genoss einige gute Pint Bier mit Sandra, während wir über die guten alten SZO-Zeiten philosophierten. Als ich auf Grund des Mehraufwandes bezüglich meiner Abwesenheit im Geschäft mein Mitleid gegenüber des zweiten Private Banking Assistenten verkündete, erwiderte sie lapidar: "Ach dä söll nur au mal öppis schaffe". Dies leite ich hiermit natürlich gerne weiter ;-)

Mein letzter Tag in Banff bestand aus einer Riverrafting Tour auf dem Kicking Horse River. Wir bestiegen unseren 10-plätzigen Sattel und reiteten auf dem ausschlagenden Pferd die holprige Strasse entlang. Der Fluss machte seinem Namen alle Ehre, schliesslich fand ich mich nach einer Grad-4-Stromschnelle zwei Reihen weiter vorne auf dem Boden des Rafts wieder. Alles in allem sehr spassig! Wo ich dann den Abend verbrachte, wird wohl nicht allzu schwierig zu erraten sein.

Am nächsten Tag reiste ich nach Lake Louise. Als ich mich auf den Weg zu dem weltberühmten See machte, musste ich mich für Strasse oder Wanderweg entscheiden. Ich musterte skeptisch die Warnhinweise bei dem Wanderweg: “Achtung Beerensaison. Erhöhte Wahrscheinlichkeit Bären anzutreffen”. Und weiter: “Beim Wandern Lärm machen. Bärenspray mit sich tragen. Auf frische Bärenspuren achten. Beim Antreffen eines Bären sofort die Bärenstelle anrufen”. Obwohl ich keinen Bärenspray bei mir hatte, keine Ahnung hatte wie Bärenspuren aussehen und auch die Telefonnummer nicht notiert hatte, entschied ich mich für den friedlichen wirkenden Wanderweg. Wird ja wohl nichts passieren. Als ich da so fröhlich vor mich hinpfiff, wurde mir mit der Zeit doch ein wenig mulmig, da ich so gut wie keine anderen Wanderer antraf. Glücklicherweise bin ich jedoch keinen Bären begegnet. Zumindest nicht auf dem Hinweg. Als ich nach gut zwei Stunden wieder zurückkehrte, war der Weg, den ich vorhin gewählt hatte, gesperrt. Ich nahm deshalb die Hauptstrasse, die parallel zu meinem Wanderweg hinunterführte und entdeckte dann auch den eigentlichen Grund für die Absperrung. Bären! Jawohl, nicht ein Bär, sondern Bären. Drei an der Zahl,  eine Grizzly-Mutter mit ihren zwei Jungen. Auf MEINEM Wanderweg! In Anbetracht dessen, dass Grizzlys agressiver sind als die in Nordamerika verbreiteten Schwarzbären und dies erst recht, wenn sie noch Junge bei sich haben, war mein Timing wohl nicht allzu schlecht! Den Abend verbrachte ich dann mit Billard spielen im Hostel, zusammen mit dem Australier Nick, dem Italiener Andrea, dem Japaner Taka und wieder einmal mehr mit dem deutschen Englischallergiker Greg. Bis auf den Italiener wieder die gleichen Leute, die ich schon in Banff angetroffen habe.

Wie klein die Welt doch ist.

Mittwoch, 18. August 2010

Auflösung des Bilderrätsels

Erst mal vielen Dank an Angi, Cathi und Susle für's Mitraten! Ebenfalls bedanke ich mich herzlich bei Dani für den recht überflüssigen aber doch wohl überlegten Kommentar. Dies zeigt einmal mehr, dass du sehr wohl die Ambitionen dazu hättest, eines Tages ein erfolgreicher Abdecker zu werden!! :-p

Hier folgt die Auflösung:


Es ist eine Gänseart! Einen Volltreffer hat es somit keinen gegeben. Gewonnen haben jedoch Angi und Cathi, da sie unter anderem auf eine Taube getippt haben und somit am nächsten waren. Da die Taube in der Systematik der Vögel nach dem Kladogramm der rezenten Vögel (nach S. J. Hackett und Mitautoren) zu der Untergruppe der Neukiefervögel zählt, und darin in der Untergruppe Neoaves eine eigene Gruppe bildet, ist die Taube näher als der Pinguin, der zwar ebenfalls zu der Untergruppe Neoaves zählt, aber zusätzlich noch in die Untergruppe Wasservögel eingeteilt wird. Die Gänsevögel stellen eine direkte Untergruppe der Gattung Galloanserae dar (eine Parallelgattung zu Neoaves), womit das Rätsel nun definitiv aufgelöst ist. 

Deshalb: Angi und Cathi, ihr seid super!! (das war der Preis für die Gewinner). Susle, du hast dich wirklich angestrengt, aber leider hat es nicht gereicht. Vielleicht klappts das nächste Mal ;-)

@ Dani: Heb de Lade =))

Der Einzige?

Wie bereits erwähnt, habe ich mich am Samstag dafür entschieden, Sonntag Nacht nach Banff zu fahren und dort 4 Nächte zu verweilen. Wo ich nun so im 1264 Greyhound sitze, der von dem leicht übergewichtigen Kevin gesteuert wird, frage ich mich, ob ich eigentlich der einzige bin, der sich alleine und ohne fremde Hilfsmittel die Zeit vertreiben kann.

Nehmen wir zum Beispiel die Sitzreihen vor mir, die Plätze meiner beliebtesten Beobachtungsopfer. Direkt vor mir sitzen zwei deutsche Studentinnen, ca. 24 Jahre alt. Die eine Blondine, die andere ein Rötschel, wie gewüsse Personen zu sagen pflegen. Sobald sie merken, dass die 3. Frau in der Sitzreihe ebenfalls Deutsche ist (hellbraun) geht ein deutsches Studentinnengeschnatter los. Sie haben somit ihren Zeitvertreib gefunden.

Der jungen Dame links in meiner Sitzreihe kann ich keine Landeszugehörigkeit zuteilen. Ich schätze sie auf ca. 19 Jahre . Klar ist auch, dass sie blond ist und ihre Oberschenkel von der jungen allgemeinen Männerwelt für als zu dick eingestuft werden würden. Sie hat die Kopfhörer ihres iPods eingestöpselt und liest ein Buch. Offenbar nicht freiwillig, da sie sich jede Menge Notizen in das Buch hineinkritzelt. Daher nehme ich an, es ist ein Schulbuch, das im Übrigen relativ dick ist, jedoch den Umfang ihrer Schenkel nicht erreicht.

Der Junge neben mir, geschätzte 17 und japanischer Abstammung, hat sein IBM Thinkpad bereits eingeschaltet, kaum ist er gesessen. Gespannt folgt er nun der von ihm gewählten Garfield-Folge mit dem Titel "It must be true". Liefert mir somit der dieser Zufall eine Antwort auf meine eingangs gestellte Frage? Wenn ich mich nämlich so umsehe, must it be true, dass ich der einzige bin, der sich nur mit seinen Gedanken zu unterhalten weiss.

Da denke ich natürlich sofort auch an meine Blogleser, und frage mich, wie diese ihre Zeit vertreiben, wenn sie alleine mit dem ÖV unterwegs sind???

Samstag, 14. August 2010

Next Stop: Banff

*** BINGO!!! 100 Punkte gehen an Master Beinooo, denn er hat die urspüngliche Nationalität des Baha'i gläubigen aus Toronto stammende und in China wohnhafte Zimmermitbewohners richtig erraten!!! ***

Ja, so ist es. Dies kam ans Tageslicht, als sich der Baha'i-Gläubige gestern Abend mit dem neuen Zimmerbewohner unterhalt, der in Utah, USA wohnt und........ gläubig ist. Natürlich nicht so etwas übliches wie Christentum, Islam oder Baha'i. Nein, er ist Mormone. Da gabs für den kleinen Rüdi bereits die zweie Lektion Religionsunterricht innerhalb von nur zwei Tagen. Ich verzichte diesmal jedoch auf die Wikipedia-Auszüge (Für die Interessierten: Wikipedia Mormonentum).

Sonst bestand mein gestriger Tag aus dem Besuch des Vancouver Aquariums, einer Rundfahrt mit gemietetem Fahrrad um den Stanley Park sowie, das Highlight des Tages => das Treffen mit meinem freundlichen und jung gebliebenen Nachbarn Fritz (seine Familie sowie auch Rolf se Mäschin Gun Bär seien hiermit gegrüsst). Nach dem Nachtessen mit meinem Zimmerbewohner Christian (Québec, Canada), lauschte ich dann gespannt der bereits erwähnten Religionsdiskussion.

Tiefpunkt des Tages war die Bemerkung einer ansonsten sehr freundlichen kanadischen Mutter im Vancouver Aquarium, welche mich aufgrund meines Englisch-Akzents als Einwohner Québecs einschätzte. Da ich ja nun weiss, wie das Englisch eines typischen Québécois klingt, nicht gerade ein Kompliment. Ich nahm das jedoch locker, als mir eine deutsche Hostel-Mitbewohnerin erklärte, dass die Kanadier bei nicht ganz perfektem Englisch jeden als Québécois einstuften.

Heute zu Tagesbeginn habe ich mir mein linkes Handgelenk, bei dem Versuch, mich elegant aus dem oberen Kajütenbett zu schwingen, so stark an die Holzlatte gehauen, dass ich nun kaum noch etwas schweres heben kann. Naja, verheilt bestimmt wieder. Ausserdem bin ich Handgelenkverletzungen aus dem Judo ja gewohnt (leider nicht mein eigenes Judo).

Heute hat klein Rüdi auch entschieden, wohin es in den nächsten Tagen gehen soll => nach Banff, ein kleines, 7000-Einwohner-Dörfchen innerhalb des Banff-Nationalparks. Weg dahin: Eine 13-stündige Carfahrt. Habe extra über Nacht gebucht und hoffe schwerstens, dass die Sitze einigermassen schlaftauglich sind. Wir werden sehen.

Hier noch ein kleines Bilderrätsel. Dies ist ein Bildausschnitt. Was ist auf dem Original zu sehen? Derjenige, der zuerst einen Kommentar mit der richtigen Lösung hinschreibt, erhält im nächsten Blog eine persönliche Widmung ;-)



Freitag, 13. August 2010

Christentum, Islam und Hinduismus war gestern - jetzt kommt Baha'i !!!

Trotzdem ich gestern Abend mit Erfolg das Schlafen gehen absichtlich verzögerte (ich war mit einer New Yorkerin in eine Diskussion über das US-Politiksystem vertieft), war ich heute morgen bereits wieder um 7.00 Uhr wach... recht mühsam! Nach einem stärkenden Frühstück ging ich dann nach draussen, genoss das wunderbare Sommerwetter und erkundete die fröhliche Stadt Vancouver.

Heute griff ich auch des Öfteren zum Fotoapparat, die ersten Fotos werde ich bei nächster Gelegenheit auf Facebook stellen. Zum Mittagessen gab es chinesisch, das ich auf Granville Island neben dem Public Market gekauft und verspeist habe.  Ich war glücklich, dass mich die Möven, Tauben und Krähen dabei nicht aufgefressen haben. Am Nachmittag besuchte ich das Reisebüro und suchte mir einige Prospekte zusammen. Nun werde ich vermutlich nach meinen 4 Tagen in Vancouver nach Lake Louise reisen und dort die nächsten Nächte verbringen.

Als ich vorhin in mein Zimmer zurückkam, erfuhr ich, dass Scratchy weiter nach Seattle gereist ist. Dafür haben wir einen neuen Kandidaten im Zimmer, der natürlich  sofort wieder von mir auf Herz und Nieren untersucht wurde. Erstmal muss ich erwähnen, dass ich ihn noch nicht nach seinem Namen gefragt habe. Doch wen interessiert schon ein Name, wenn einer aussieht wie ein ausgehungerter Iraner, in China lebt, ursprünglich aus Toronto kommt und spricht als wär er ständig betrunken. Als ich mich nach seinem Aufenthaltsgrund erkundigte, erfuhr ich, dass er an der Baha'i Konferenz teilnehmen wird. Aha! Was für eine Konferenz?  Hier einige kurze Auszüge aus Wikipedia (hierbei sei zu erwähnen, dass Wikipedia als Quelle für wissenschaftliche Arbeiten nicht geeignet ist *räusper räusper*):

"Die ursprünglich aus dem persischen Babismus  hervorgegangene Universalreligion lehrt einen abrahamitischen Monotheismus  eigener Prägung, in dessen Mittelpunkt der Glaube an einen transzendenten  Gott, die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit der Menschheit steht."

"Das Leben in dieser Welt ist dazu bestimmt, geistige Fähigkeiten zu entwickeln, die für das Leben im Jenseits benötigt werden."

"Ein zentraler Grundsatz der Baha'i ist, dass Religion nicht der Vernunft und der Wissenschaft widersprechen dürfe. Als wichtigstes Element der Religion bezeichnete Abdu’l Baha die Nächstenliebe. Religion, die zu Zwietracht führt, verfehle ihren Zweck, und es sei besser, ohne sie zu leben."

Zum Teil nachvollziehbar, zum anderen Teil eher gspässig. Naja, auf jeden Fall bin ich bereits zu einer Vorlesung oder einem Workshop eingeladen worden. Da ich ja mit einer "open minded"-Einstellung nach Übersee geflogen bin, schliesse ich nicht mal aus, dass ich daran teilnehmen werde. Stoff für einen neuen Blogeintrag gäbe es wohl allemal ;-)

Mittwoch, 11. August 2010

Itchy ohne Scratchy

Nach meiner Ankunft in Heathrow galt es erst einmal, die Warteräume aufzusuchen. In meinen 3 Stunden Aufenthalt konnte ich dann wieder meinem Hobby frönen und Leute beobachten. Nachdem ich mich dann noch vom Wechseloffice abzocken liess und mir etwas zu essen kaufte, begab ich mich langsam zum Gate (für die Banker unter euch: der Change in Heathrow Airport arbeitet mit einem Spread von ca. 35 bps, was ungefähr 20% entspricht!!!). Der Flug war zwar mit einer Dauer von 9h 30min relativ lange, jedoch war das durch häufige Mahlzeiten sowie durch eigene Bildschirme im Vordersitz mit aktuellen Kinofilmen nur halb so wild. Gegen Ende des Fluges begann ich dann noch ein wenig mit meinen Sitznachbarn zu quatschen. Das freundliche Paar aus Vancouver Nelson und Terri lotste mich nach der Ankunft auch gleich zu meinem Youth Hostel, da sie ebenfalls nach Vancouver Downtown fahren mussten. Dort angekommen legte ich erst mal mein Gepäck ab und schlenderte ein wenig durch Vancouver (a lovely city) und genoss das dolce far niente! Dabei vielen mir drei Dinge auf: 1. Die Leute arbeiten offenbar wenig, denn jeder zweite geht mit dem Hund spazieren. 2. Sushi-Stände (Achtung: nicht Susi, sondern Sushi!) gibt es ungefähr so viele wie Stripclubs an der Reeperbahn. Und 3. (vermutlich im Zusammenhang mit 2.) Asiaten hat es ungefähr so viele wie Balkanesen in der Schweiz (Interpretation ist Sache des Lesers). Bei meiner Rückkehr im Hostel war dann auch einer meiner Zimmerbewohner anwesend. Unschwer zu erkennen handelt es sich dabei um einen Asiaten (wiedereinmal). Offen wie ich bin ging ich natürlich gleich zu ihm hin, streckte ihm meine Hand hin und meinte: "Hi, I'm Roger". Er darauf: "Hi, I'm 中國百家姓氏來源". Ich fragte ihn dann sogleich, ob es dafür eine Kurzform gäbe. Er meine nur: "Itchy". Auf meine Frage "Ah, like Itchy and Scratchy from Simpsons?" reagierte er leicht verwirrt und meinte: "No, just Itchy". Sieht also schwer danach aus, als müsste ich den Asiaten noch ein wenig Humor beibringen...

Der Passagier, der sich nicht traut

Flug LX316, Zürich - London. Der Flug verläuft ruhig. Keine Turbulenzen, keine blinden Passagiere die in überfliegte Wälder fallen. Einzig der Passagier vor mir ist ein wenig nervös. Ein schweizer Banker, verheiratet, anfangs 40. Trotz silberem Nadelstreifenanzug wirkt er nicht wirklich gepflegt mit seinem unrasierten Gesicht, in welchem bei genauerem Betrachten einige Ansätze von Falten zum Vorschein kommen. Auch seine mit Schuppen übersäten Haare hinterlassen einen eher ungepflegten Eindruck. Der, wie erwähnt ein wenig aufgeregte, IWC-Uhrenträger versucht offenbar, an seinem Sitznachbar vorbeizukommen. Am erschlafften Haupt dessen wird jedoch erkennbar, dass dieser offensichtlich ein Nickerchen hält. Ein rational normal denkender Mensch mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein hätte wohl dem Nachbarn einfach einen kleinen Schubs gegeben. Nicht so der vor mir Sitzende. Der Börsenkundler unternimmt infolge dessen mehrere Versuche, seinen Sitznachbarn aufzuwecken. Der erste Versuch, den Schlafenden ca. 4 Minuten lang streng und direkt anzustarren, scheitert kläglich. Doch unser Opfer gibt natürlich noch nicht auf und wedelt mit einer Aktenmappe ein wenig vor dem Fenster hin und her, in der Hoffnung, sein Nachbar erwache durch das Wechselspiel von Sonne und Schatten. Doch nix da, es wird fröhlich weitergeträumt. In voller Verzweiflung probiert sich der Banker nun Gehör zu verschaffen, indem er mit seinen Zeitungen ein wenig Krach macht. Offenbar jedoch zu wenig, er hat sein Ziel ein weiteres Mal verfehlt. Der offensichtlich resignierte Finanzangestellte gab schliesslich auf und blieb bis zur Landung in London auf Seat Nr. 9F sitzen. Die Moral von der Geschicht? Ein teurer Nadelstreifenanzug macht aus einem scheuen Rehlein noch lange keinen selbstbewussten Tiger.